• Ammon Wilkes Interview - Fingerboarding in Australien

    Wenn man so in der Szene nach dem Fingerboardland Nr.1 fragt, wird Australien sicher nicht gerade der meistgenannte Kandidat sein. Doch auch dort gibt es so etwas wie eine Szene, Leute, die dem Sport genau so verfallen sind wie in Europa oder in den USA.

    Auch international in der Szene einen Namen gemacht hat sich beispielsweise Ammon Wilkes, den einige wahrscheinlich durch seine Mitgliedschaft im Substance-Team oder von Youtube kennen.
    Er hat sich die Zeit genommen, um ein paar Fragen über sich und die australische Fingerboardszene zu beantworten.


    English version: https://acrobat.com/#d=HQVGK-vBlhocH3WnDn0Pew


    J: Hey Ammon! Danke, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen für uns zu beantworten.

    A: Hey, kein Problem!


    J: Ok, vielleicht erzählst du uns zuallererst mal ein bisschen was über dich selbst?

    A: Ja, mein Name ist Ammon Wilkes, ich bin 24 Jahre alt und lebe in Australien. Vor einiger Zeit bin ich von Perth nach Melbourne an der Ostküste gezogen. Ich bin bisher recht viel gereist und habe auch ein paar Jahre in HongKong gelebt, wo ich gemeinnützige Arbeit geleistet und etwas Chinesisch gelernt habe. Außerdem habe ich letztes Jahr geheiratet!


    J: Glückwunsch dazu! Wie kamst du zum Fingerboarden? Gibt es einige spezielle Leute, denen du dieses Hobby zu verdanken hast und wodurch hast du dich entschieden, das ganze doch ein bisschen ernster zu betreiben anstatt nach einigen Wochen wieder aufzuhören?

    A: Also.. ich ich gebs nicht gerne zu, aber ich war ein Teil der Fingerboarder, die durch TechDeck zum Fingerboarden gekommen sind. Als ich damals in der Highschool war, und auch schon einoge Zeit skatete, war ich total geflasht, dass ich mit diesem kleinen Ding skaten konnte, wenn es in groß grade nicht möglich war. Im Prinzip spielte ich nur ein bisschen damit herum bis ich dann herausfand, dass man damit auch „echte“ Skateboard-Tricks nachmachen konnte, und daraufhin lernte ich auch meine ersten richtigen Tricks, wie den Ollie, einige erste Flips und Grinds etc. Ich liebte es, die Tricks, die ich auch beim Skateboarden machte, so genau wie möglich nachzustellen.

    Etwas, was mich dann auch zum Weitermachen bewegt hat, war auf jeden Fall die Online-Szene. Ich fand heraus, dass viele bereits damals ihr Board durch das Benutzen von Skatebord-Griptape, Radiergummi-Bushings und sogar Holzdecks verbessern wollten! Ich lernte einige tolle Leute, wie z.B. Raymond Riviera, Todd Baker, Chucky Key, Martin Illsley und viele mehr, kennen. Sie inspirierten mich immer weiter mit ihrem Einsatz in die Szene, sei es durch Tuning, Videos oder durch ihre pure Freundlichkeit. Das war im Grunde der Grund, warum ich Fingerboarding nie loslassen konnte.

    Im Jahre 2003 dann kam ich in Kontakt mit Timo lieben und war der erste australische Fingerboarder, der ein BerlinWood Deck fuhr. Ich war so fasziniert von der Qualität der Decks und zusammen mit dem neuen Riptape von Blackriver hat das damals Fingerboarding auf ein komplett neues Level gehoben.*

    J: Für viele mag es schwer sein, sich die Fingerboard-Szene in Australien auszumalen. Wie hat man sich das ganze vorzustellen, und wie entwickelt ist das Ganze dort schon?

    A: Jahrelang war der einzige Fingerboarder den ich kannte Todd Baker. Er lebte zwar auf der anderen Seite des Landes (Anm. d. Red.: Was in Australien ja schon ein Stückchen ist ), aber wir arbeiteten zusammen und gründeten „Milkshake Fingerboads“ und später „Hazard“, um die Szene etwas voranzutreiben.

    Etwa zu dieser Zeit traten dann auch einige weitere Fingerboarder in die Szene ein, wie z.B. Davo und Matt Francis, und es bildeten sich mehrere kleine Gruppen quer im Land verteilt. Im Prinzip gibt es auch heute nicht viel mehr als eine Hand voll Fingerboarder in Australien, ich würde also nicht von einer richtigen „Szene“ sprechen. Jams und so etwas gibt es zwar, sind aber eher selten, weil die Entfernungen zwischen den meisten von uns doch ziemlich groß sind. Wir haben einfach Spaß, und machen weiter, weil es uns Spaß macht.

    Aber nächste Woche zum Beispiel veranstalte ich bei mir zu Hause ein Meetup, bei dem Fingerboarder aus ganz Ost-Australien am Start sein werden. Wir werden von Firmen wie Lowpro, Substance, No Comply und Redemtion unterstützt und werden weiterhin versuchen, Fingerboarding in Australien zu pushen!

    J: Was würdest du dir für die Zukunft der Australischen Szene wünschen?

    Momentan arbeiten wir an einigen Projekten, wie zum Beispiel einer Dokumentation über Fingerboarding. Unser Ziel ist es, dadurch, dass wir DVDs davon an Skateshops verschicken, um Interesse zu wecken. Wir erhoffen uns davon, dass wir eines Tages an einem Punkt angekommen sind, wo Events auch auf lokaler Ebene gehalten werden können, und dass wir genug Unterstützung erhalten, sodass wir uns auch öfter treffen können. Es ist einfach eine tolle Möglichkeit, um neue Freunde kennenzulernen und einfac hSpaß zu haben.


    J: Die meisten Fingerboards heutzutage kann man nicht mehr als Spielzeuge bezeichnen. Seit ein paar Jahren gibt es ja nun schon professionelle Decks und Rollen, und auch Blackriver und Yellowood Trucks werden immer beliebter. Wie denkst du über diese extrem schnelle Entwicklung, und wenn wir schon dabei sind, welches Setup fährst du gerade?

    A: Die neuesten Entwicklungen im Hardware-Bereich hauen mich, vorsichtig ausgedrückt, von den Socken! Wie bereits erwähnt verließ ich im Jahr 2006 Australien, um die folgende zeit in HonKong zu leben, wo ich mich zwei Jahre lang auf meine Arbeit konzentrierte. Zu dieser Zeit wurde ich von Eurrollt-Wheels gesponsort, und war von deren Qualität schon ziemlich begeistert. Auch benutzten damals alle noch Boards im Bereich 2,6cm und normale TechDeck-Achsen. Ohne TechDecks kam man für ein komplettes Setup damals unmöglich aus.

    Als ich dann im Jahr 2008 nach Hause kam, war ich fast schon schockiert. Auf einmal gab es Dual-Bearing Wheels, Backless-Wheels, die Vielfalt war viel größer geworden und zahllose verschiedene Tapes zusammen mit teilweise geshapeten breiten Achsen machten die Setups noch besser, es kam mir vor, als hätte sich alles geändert. Und nochmal einige Zeit später gab es dann Firmen, die ihre Decks für noch mehr Pop und Widerständigkeit in professionell hergestellten Metall-Pressen herstellten, unglaublich hochwertige Grafiken, BRR/YW Achsen und noch bessere Kugellagerwheels. Es ist toll, die Entwicklung der uns verfügbaren Hardwareteile zu sehen. Das hat nochmal mehr Interesse geweckt und die Weichen für das hohe Niveau, auf dem wir uns heute bewegen, zu stellen.

    Man hört oft, dass diese Produkte zu teuer seien oder Ähnliches. Auch wenn das manchmal stimmen mag, bin ich doch froh, dass die Qualität und die Performance der Produkte auf einem solche hohen Level sind.

    Momentan fahre diese beiden Setups am liebsten:

    Push M2 - Sabotaj Everslick Deck
    FBS Extrasmooth Tape
    Ytrucks Silver
    Substance 2010 Zero Wheels

    Homewood 2010 M1 Smokestack Deck
    FBS Extrasmooth Tape
    Blackriver Trucks
    Substance Ivory Wheels

    J: Ist Skateboarding deiner Meinung nach ein „unabhängiger“ Sport, oder ist es mehr eine Ergänzung zum großen Brett?

    A: Ich habe Fingerboarding schon immer als Ergänzung zum Skaten gesehen. Trickmäßig mag es zwar manchmal unrealistisch sein, aber meine Liebe zum Skaten war schon immer der Grund, warum ich auch fingerboardete. Ich hoffe, dass wir in Zukunft die beiden Sportarten noch mehr vereint sehen.

    J: Das wäre auf jeden Fall wünschenswert. Um so langsam zum Ende zu kommen, was bedeutet Fingerboarding für dich – zusammengefasst in einem Wort?

    A: Spaß.

    J: Steak oder Salat?
    A: STEAK!

    J: Grüße, letzte Worte, Liebeserklärungen, Morddrohungen?

    A: Ich will einfach jeden grüßen, der für den Spaß und die gute Stimmung fingerboardet. Außerdem gehen Props an Substance, No Comply, Homewood die ganze FFI crew, dafür, dass sie unseren Sport so erfolgreich pushen!

    J: Noch einmal danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, man wird noch viel von dir in Zukunft hören!

    A: Cheers!
    Kommentare 4 Kommentare
    1. Avatar von wilkes
      Thanks Johannes!
    1. Avatar von Wag
      Someday i'll visit you... Someday...
    1. Avatar von ...jasper...
      i didnt know, that there are austalian fingerboarders! ^^ its cool, that you try to make the scene bigger and try to support it! respect!
    1. Avatar von wilkes
      Thanks

      Come visit anytime Wag!