Diesmal mit keinem geringerem als Thomas "Hanzlow" Hansen himself und darum gehts auch sofort los.
(Copyright Martin Ehrenberger)
1. Servus, wie ghets dir ? Die Rückfahrt aus Barca gut überstanden ?
Barca ist ja schon wieder Schnee von gestern..hahaha...nein, aber es ging ja direkt weiter nach Berlin, das war zum Glück etwas entspannter.
Da haben wir dem Hawk mal in Elias´Bowl gezeigt, was Airtime ist!! :-)
Da mussten wir nur 2 Parks und den Betonpool aufbauen und ansonsten chillen!! Nachdem ich von Prag aus persönlichen Gründen (der Event selbst war supergeil) nicht gerade begeistert war, ging es zwei Tage später mit den ganzen Leuten nach Dijon in Frankreich, wo wir auf dem Weg nach Barca beim Tony Pauthex (Fingerboard Legende) Zwischenstop gemacht haben. In Barca waren die Hitze, der Event selbst usw. schon sehr anstrengend, allerdings gleichzeitig sehr sehr lustig und auch wenn ich ab und zu mal (Prag)am abkotzen bin, muss ich an dieser Stelle einfach mal lobend sagen, wie cool es war, dass jeder auf der Tour seinen Teil dazu beigetragen hat, die Eventsachen reibungslos über die Bühne zu bringen. This is why it is called a team – super nice!!! Gerne wieder! Jetzt habe ich erstmal 2 Wochen Event-frei!
Achso und Candy hat beim Skatecontest in Barca verdient den ersten Platz gemacht!!
Die Stimmung ist gut, das Wetter ist gut, es stehen Events, Projekte usw. bevor, auf die ich richtig Bock habe...ich will und kann nicht klagen.
2. Die meisten haben dich ja schon mal irgendwie zu gesicht bekommen, aber beschreib dich doch mal : Woher / Wie alt / was machst du so ?
Also, ich bin eher so der schüchterne zurückhaltende Typ, halt ein Mauer-Schleichmichel ;-) haha, ja ne...was soll man da sagen? Ich komme aus Flensburg bin uralt und fahre schon seit 21 Jahren Skateboard. Ich habe ein Studium abgeschlossen, in dem es Schwerpunkttechnisch um Marketing und Medienmanagement geht und statt damit in der PR Abteilung für einen Eissprayfabrikanten (haha) oder einem Schokoriegelhersteller zu arbeiten, hatte ich das Glück, dass Blackriver letztes Jahr jemanden in dem Bereich gesucht hat..
Also habe ich meine 7 Sachen in Flensburg verkauft, verschenkt oder weggeschmissen und bin spontan nach BRR City gezogen..
Mein Umzug bestand aus 2 Umzugskartons, die ich mir selbst per Post zugeschickt habe...totales Risiko!
Ich habe damals den ersten Wikicup gemacht und dann das „zweilinkehändeundallesnurdaumen“- das erste Fingerboardheft der Welt , das leider nur 4-5 Ausgaben hatte.
Das Fingerboarder Magazine geht jetzt auch bald in die zweite Runde und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen..
Die Devise: Selber machen, sonst macht es keiner! Zum Glück sind Fingerboarder generell sehr kreativ und es gibt zahlreiche Leute, die ihren künstlerischen Output machen.
3. Ok, jetzt wissen wir schon mal alle wer du bist, aber man wird sich immer noch fragen "Wie ist er nur zum Fingerboarden gekommen ?"
Da gibt es bei mir drei Stationen:
Als erstes gab es in den 80´er Jahren diese Plastikfingerboard Schlüsselanhänger, die hatte ich schon 1987 oder so und als ich zwei Jahre später mit dem Skateboarden anfing, kam dann Griptape drauf, der Schlüsselanhängerring wurde entfernt und wir sind dann damit herumgecruised, auch mal in Wachbecken Kickturns machen usw.
Das hatten andere aber bereits 10 Jahre vorher gemacht. Also keine Pionierarbeit oder so.
Die Schlüsselanhängerboard-Zeit war dann Anfang der 90´er eher vorbei und wir hatten aus Pappe gepresste Boards, aber da hab ich noch keine echten Tricks damit gemacht, hätte auch nicht gedacht, dass das überhaupt geht!
Um die Jahrtausendwende war ich durch Zufall genau an dem Tag in einem Kopenhagener Skateshop, als sie ihre allererste Techdeck Lieferung erhielten.
Da habe ich für mein erstes Tech Deck 120 dänische Kronen (15 Euro!) auf den Tisch gelegt. Das Deck blieb dann eingepackt bei mir im Regal, weil ich dachte, es war eher wie ein Modell-Auto...totaler Deko-Wahnsinn!
Erst später wurde mir klar, dass damit Tricks gehen...
Ich wurde gefragt, ob ich 2004 mit auf BRR-Dänemark-Tour als Übersetzer fahren würde. 2 Wochen vorher hatte ich dann mein erstes Holzboard (BerlinWood) und war geschockt von den Skills der Leute im PF1, das ich auch noch nicht gesehen hatte.
Dann mit Timo Lieben und Boris Dietschi von BRR auf Tour zu sein, hat mich voll angefixt. Ich habe mir dann direkt eine Winkler-Mini gekauft und seitdem bin ich am Start!
4. Jetzt wo wir alle grundsätzlichen Sachen wissen, was ist Fingerboarden für dich ?
Ich habe als Kid eine Million Sportarten/Hobbys ausprobiert und irgendwie sind Skateboardfahren und Fingerboarden die einzigen Sachen gewesen, die mich bisher länger als 2 Wochen reizen konnten.
Fingerboarden ist für mich Freiheit! Ich bestimme selbst, wann, wo, wie lange und wie ich fingerboarden will.
Ich bin nicht darauf angewiesen, dass sich eine bestimmte Anzahl Spieler zu bestimmten Trainingszeiten irgendwo eintreffen.
Und es gibt keine vorgeschriebenen Tricks.
Mir gefällt es, dass Fingerboarding gleichzeitig komplett individuell ist und doch in der Gruppe sehr gut funktioniert!
Fingerboarding ist Ausdruck, Kunst, Entspannung, Kreativität, Gemeinschaft, Selbstverwirklichung, Spaß, Freude und und und.
5. Schöne Worte ^^ Da du ja quasi im Hauptquartier des Fingerboardens dein Unwesen treibst, wie glaubst du wird sich das ganze Entwickeln. Spekulative Antworten zählen auch

Es werden immer mehr Leute Spaß am Fingerboarden haben. Die Zeiten, wo Skateboarder komplett engstirnige Idioten sind, werden bald vorbei sein. Wer Fingerboarding belächelt, hat Skateboarding nicht verstanden.
So langsam setzt sich diese Erkenntnis bei den meisten durch...
Die Kids haben sooo derbe Skills, das ist cool!!
Für viele liegt hier in BRR City das Mutterschiff vor Anker, allerdings sehe ich überall eigenständige Entwicklungen, das Forum, Beckmann´s Seite, die Leute in Spanien, Portugal, Indonesien, USA usw...all das freut uns! :-)
(Copyright Martin Ehrenberger)
6. jetzt mal wieder weg von der Zukunft, da du bei so ziemlich jeder Tour mit dabei bist ... Hau doch mal ein paar Insider raus ^^
Oha – für sowas wird man gesteinigt, aber ok, ich kann das ja anonym halten: Wir sind alle komplette Amateure, die von Anfang bis Ende alles komplett improvisieren!! Events und Touren haben ein wunderbares Eigenleben. Ob man dann mal in einem Hotel unterkommt, oder irgendwo zelten muss, spielt keine Rolle. Für konkrete Insider-Sachen muss dann Ausgabe 2 vom Fingerboarder Magazine herhalten. Da gibt es dann Quotes usw. Naja Ok, ganz aktuell hab ich eine echt idiotische Story: In Barcelona aufm Event wurden so Eissprays verteilt und davon habe ich dann bestimmt so 5 Stück mitgebracht und in der Firma verteilt. Zwei anonyme Mitarbeiter wollten sich dann in einem typischen Männlichkeitsritual batteln und jeder durfte dem anderen auf das Handgelenk sprühen. Wer zuerst wegzieht, hat verloren! Also sprühen die beiden „Trottel“ 10-15 Sekunden aus 5 cm Entfernung drauflos und ziehen dann gleichzeitig zurück. Dann sind beide losgerannt, weil sie sich eine Erfrierung geholt haben... das wurde dann rot, ist angeschwollen und dann sind beide zusammen ins Krankenhaus gefahren. Was für ein tolles Bild: Bei knapp 40 Grad im Schatten kommen 2 Typen an und haben an der exakt gleichen Stelle Erfrierungen 2. Grades!!! hahahaha
Sowas kommt hier öfter mal vor!! ^^
Seitdem haben beide ihre linke Hand im Verband!! Ich bin übrigens keiner dieser zwei Spezialisten!!
7. Klingt auf jeden schon mal gut. Gibts auch irgendwas was dir beim Fingerboarden manchmal gegen den Strich geht ?
Auch wenn man es nicht glauben will, aber ich mag eigentlich Contests nicht wirklich! Dabei meine ich jetzt nicht die ganze Veranstaltung, sondern nur die Tatsache, gegeneinander anzutreten, Platzierungswahn usw... Deshalb versuche ich, bei Events den Fokus auf das Drumherum zu halten.
Spätestens seit FF13 habe ich auch eine Abneigung gegen manche Eltern, die für Ihre Kids alles kaputt machen und diese zu Idioten erziehen...
Insider-info für FF14: 2011 müssen die Eltern der Kids für Wildcards für ihre Sprösslinge in kleinen Games gegeneinander antreten. So American Gladiators Style oder Schlammcatchen...Hockey-Dad will give his best. Wer hat die bessere Visitenkarte, welche Mum kratzt und beißt am übelsten?
Und von mir höchstpersönlich eine Kopfschuss für alle Mütter, die bei der Registration aus Frust darüber, dass ihr Kid keine Wildcard ergattert hat folgenden Satz rausprustet: „Also wenn solche tricks ausreichen zum Teilnehmen, das kann mein Sohn schon lange!“^^
Und: Ein Contest geht immer dann los/weiter, wenn es los/weiter geht!!! 100000000 Mal nachfragen nervt die Organisatoren und führt dazu, das ganze zeitlich noch weiter nach hinten zu verschieben. :-)
8. Ok, aber davon lässt man sich ja nur ungern den Spaß verderben. Hast du sonst noch irgendwas, was du der Allgemeinheit mitteilen willst ?
Lasst Euch nicht in Schubladen packen und wenn doch, dann sorgt durch Eure individuelle Art dafür, dass ihr wenigsten eine ganz eigene Schublade habt! Versucht ausgeglichene Input– und Outputmenschen zu sein, denn künstlerische Kreativität hält uns am Leben!
Ohhh und am wichtigsten:
Ob man in einer Sache gut ist, zeigt sich meist NICHT am Ergebnis, sondern am Spaß den man daran hat. Deshalb sind Tricks, Sponsoring usw. so wunderbar scheißegal!!! :-)
Hab ich schon gesagt, dass Fernsehen scheiße ist!??^^
9. Wunderbar, ich glaub wir könnten das ganze noch über Seiten weiter führen, aber man will ja noch was für die Zukunft übrig lassen In diesem Sinne noch einen schönen Abend ^^

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